24.11.2010
aerokurier

Dassault Falcon 7X: Meilenstein eines Meisterstücks

Sie ist ein technologisches Meisterstück und ein Bestseller im Falcon-Programm: Dassault hat die Auslieferung der 100. Falcon 7X gefeiert. <br />

Die Übergabe der 100. Falcon 7X fand im Werk in Little Rock, Arkansas, statt. Der französische Hersteller komplettiert dort die in Frankreich gebauten Falcon-Jets.
Die Zahl 100 ist umso bemerkenswerter, als die erste Falcon 7X im Juni 2007 ausgeliefert worden ist. Zu dem Zeitpunkt lagen 165 Bestellungen für den Dreistrahler vor. Dassault ist es seither gelungen, sich gegenüber der Weltwirtschaftskrise sehr gut zu behaupten. Zu verdanken ist dies vor allem der technologisch anspruchsvollen, aber nicht gerade billigen 7X.
Dassault hatte die 7X als das künftige Flaggschiff auf der Paris Air Show 2001 vorgestellt. Die Falcon 7X war der erste Business Jet mit Fly-by-Wire-Steuerung, er erhielt im April 2007 die Zulassung, zugleich von der EASA und der FAA.
Er ist mit dem preisgekrönten „EASy”-Cockpit ausgestattet und wird von drei PW307A-Triebwerken mit je 6400 lbs (28,46 kN) Schubleistung von Pratt & Whitney Canada PW307A angetrieben. Die 7X hat – bei Mach 0.80 und mit acht Passagieren - eine Reichweite von 5950 NM. Damit hat die 7X die größte Reichweite aller Falcon-Modelle. Diese verdankt sie ihrem vergleichsweise niedrigen Gewicht und vor allem ihrer hoch effizienten Treibstoffverwertung.
All das hat seinen Preis: Der Kaufpreis einer 7X mit typischer Ausstattung kommt der 50-Millionen-Dollar-Marke sehr nahe. Das französische Produkt ist teurer als die Gulfstream 500 und die Global 5000.
Interessant ist der Entstehungsprozess des Dreistrahlers. So wurde während der Konstruktion ein vollständiges digitales Modell erschaffen. Auf diese Weise wurde jede Komponente, jedes Teil der Struktur, jede Klammer und jedes Kabel am Computerbildschirm, exakt so im Raum definiert, wie sie später im realen Flugzeug zu finden sein würde.
Selbst sämtliche Wartungsabläufe wurden von einem virtuellen Mechaniker durchgespielt, noch bevor das erste Metall für die erste 7X geschnitten wurde. Einen Prototyp oder gar eine Attrappe hat es nie gegeben, das erste gebaute Flugzeug war gleich ein Serienflugzeug. Die dafür verwendete CATIA-Software, ein Produkt von Dassault Systèmes, wurde bei der 7X in einem Maße eingesetzt wie noch bei keiner Flugzeugkonstruktion zuvor.
Auf dem Weg zur Zulassung mussten die Testflugzeuge ein enorm strapaziöses Belastungsprogramm über sich ergehen lassen. Seriennummer vier zum Beispiel legte im Dezember 2006 einen 6100-NM-Flug zurück, der 14 Stunden dauerte. Eine Zelle hat zwei Flugzeugleben durchlebt, dabei 50000 simulierte Flüge absolviert. Im Teststand in Toulouse wurden die Tragflächenenden 2,50 Meter nach oben gedrückt, die Belastungsgrenze wurde damit um 150 Prozent überschritten.
Kabinenkomfort wird traditionell groß geschrieben bei Dassault. Die 7X-Kabine ist so hoch und breit wie diejenige der Falcon 900, allerdings länger, so dass sich 20 Prozent mehr Volumen ergibt. Maximal 19 Passagiersitze könnte man unterbringen, typischerweise sind es zwölf. Hinzu kommen drei für die Besatzungsmitglieder. Der Kabinendruck wird auch in 51000 Fuß Höhe auf einem 6000-Fuß-Niveau gehalten. Besonders stolz ist man bei Dassault auf den Innengeräuschpegel und die ausgetüftelte Klimaanlage.

Dassault hat 67 Falcon-Jets in den ersten drei Quartalen des Jahres 2010 ausgeliefert, 29 davon waren 7X.




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