10.06.2011
aerokurier

King Air 250 FAA-ZulassungBesser wegkommen mit der King Air 250

Hawker Beechcraft hat die mittelgroße King Air mit Komponenten aus dem Tuningmarkt für „hot and high“-Bedingungen optimiert. Die King Air 250 ist jetzt FAA-zugelassen.

Die Modellpflege rechtfertigt aus der Sicht von Hawker Beechcraft eine neue Modellnummer: Aus der King Air B200 ist die King Air 250 geworden. Das aktuelle Modell King Air B200GT kam 2007 auf den Markt. In letzter Zeit wurde die Produktion auf kleiner Flamme weitergeführt, in den ersten drei Quartalen 2010 wurden 18 Flugzeuge ausgeliefert.
Eine entscheidende Verbesserung der B200GT gegenüber den Vorgängermodellen war die Ausrüstung mit der kurz zuvor zugelassenen PT6A-52-Propellerturbine von Pratt & Whitney Canada. Diese verhilft der B200GT zu einer maximalen Reisegeschwindigkeit von 305 kts, was einen Zuwachs von fast 20 kts bedeutet.
Auch das neue Modell King Air 250 besitzt diese Version der bewährten Turbine. Pratt & Whitney hat sie eigens für die King Air entwickelt als Kombination der Turbinensektion der PT6A-60A der King Air 350 mit dem Getriebegehäuse der PT6A-42. Herausgekommen ist dabei ein Triebwerk mit einer auf 850 shp herabgeregelten Leistung, dessen größere Durchzugskraft sich vor allem unter „hot and high“-Bedingungen bemerkbar macht.
Der neue Antrieb hatte außerdem die Aufhebung der TOFA-Beschränkung (Takeoff Field Altitude) auf 10000 ft Höhe, die für die King Air B200 gilt, zur Folge.

Der direkte Vergleich verdeutlicht, wo die Verbesserungen der King Air 250 gegenüber dem Vorgängermodell liegen:
Bei maximaler Abflugmasse (MGTOW) benötigt die 250er auf Meeresniveau 2111 ft (643 m) Startstrecke, um über das 15-m-Hindernis zu kommen. Das sind immerhin 400 ft (122 m) weniger, als die B200GT verlangt.
Rollt das Flugzeug mit gleicher Beladung bei 25 ˚C auf einem 5000 ft hoch gelegenen Platz zum Start, fällt der Leistungszuwachs noch deutlicher aus: 700 ft (213 m) weniger Startstrecke im Vergleich zur B200GT. Hawker Beechcraft verweist darüber hinaus auf etwas bessere Leistungen bei Höchstgeschwindigkeit, Steigen und Reichweite.

Zu verdanken sind diese Zuwächse in erster Linie zwei Neuerungen: den Winglets und den Composite-Propellern. Die Winglets stammen von dem US-Spezialisten BLR. Sie sind ebenfalls aus Verbundwerkstoff gefertigt, haben die gleiche Größe wie bei der King Air 350 und verlängern die Spannweite um einen stattlichen Meter.
BLR nennt als Vorteile neben der besseren Steigleistung und der höheren Reisegeschwindigkeit einen reduzierten Treibstoffverbrauch.

Der Vierblattpropeller der King Air 250 stammt von Hartzell und ist eine Neuentwicklung für Turbinenflugzeuge, er ist seit Oktober 2010 zugelassen. Hartzell nennt die Technik, mit der der Kunststoff verarbeitet wird, „ASC-II“ (Advanced-Composite). Die King Air 250 ist das erste Turbinenflugzeug mit dieser Neuerung.
Die 93-Inch-Propeller (236 cm) sind leichter als eine Metallausführung, leiser und nach Überzeugung Hartzells äußerst langlebig. Weiterer Vorteil: Der Durchmesser ist kleiner, sodass sich mehr Bodenfreiheit ergibt. Auch der Composite-Propeller kann bei älteren King Air 200 nachgerüstet werden.
Eine pfiffige Tuningkomponente für die Turbine gibt es bei der King Air 250 ab Werk: das Ram Air Recovery System (RARS) von Raisbeck. Das System richtet den Luftstrom zurück in das Triebwerk und reduziert bei gleichem Drehmoment die ITT um 20 °C: Vorteil unter anderem: Es erlaubt eine höhere Geschwindigkeit bei aktiviertem Vereisungsschutz.
Im laufenden Jahr will Hawker Beechcraft die ersten 250er ausliefern, der Verkaufspreis beträgt zirka 5,8 Millionen Dollar.




  • Hersteller

    Lade...

  • Typ

    Bitte Hersteller auswählen!

aerokurier 12/2016

aerokurier
12/2016
23.11.2016

Abonnements
Digitalabo
Heft-Archiv
Einzelheft bestellen


- Pilot Report Me 262
- Reise: Südwest-Frankreich
- Pilot Report Remos GXiS
- Trixy Spirit
- Flugzeug einmotten
- Ventus Generation 3
- Fliegen über der Kalahari

Gebrauchtflugzeuge, Luftfahrtzubehör, Reiseangebote und vieles mehr:

aerokurier Online-Markt

aerokurier iPad-App